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Veranstaltungen


Montag, 18. Februar 2008

Diskussion im taz-Café: "Klimaneutrale Unternehmen"

Problemlösung oder PR-Trick?!

Angesichts der dramatischen Veränderungen des Weltklimas sind auch Unternehmen zunehmend gefordert, Leistungen zum Klimaschutz zu erbringen. Eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen stellt Verbraucher und interessierte Öffentlichkeit vor die Frage, welche Unternehmensstrategien das Klima wirklich entlasten und welche eher der Rubrik des „Greenwashing“ zuzuordnen sind. Auch für die Entscheidung über den diesjährigen „Preis der Arbeit“ wird die Bewertung von Klimaschutz-Bemühungen der Unternehmen einen wichtigen Aspekt darstellen.

Ein besonders anspruchsvolles Ziel ist es, den gesamten Betrieb „klimaneutral“ zu gestalten. Da keine Geschäftstätigkeit denkbar ist, die völlig ohne Energieverbrauch und Klimabelastung verläuft, kann dies nur durch die Vornahme sogenannter „Kompensationsmaßnahmen“ gelingen. Der Grundgedanke ist dabei, dass die Belastungen, die bei der unternehmerischen Tätigkeit anfallen, durch klimaentlastende Maßnahmen an anderer Stelle ausgeglichen werden. Meist sind dies Investitionen in neue, energiesparende Techniken, erneuerbare Energien oder „Wiedergutmachung“ in Entwicklungsländern. Zur Vermittlung derartiger geeigneter Ausgleichsmaßnahmen haben sich weltweit bereits mehr als 80 Agenturen etabliert, die mit unterschiedlichen Berechnungsmethoden und „Preislisten“ in diesem neuen Markt konkurrieren.

Mit diesem Angebot haben Unternehmen eine weitere Möglichkeit dazugewonnen, über Klima-Investitionen nach ökonomischen Nutzenkalkülen zu entscheiden. Konnte bisher bereits gegengerechnet werden, nach wie viel Jahren sich technische Verbesserungen aufgrund zu erzielender Einsparungen „lohnen“ würden, so bietet sich jetzt zusätzlich die Zahlung für „Kompensationsmaßnahmen“ als (ggf. deutlich billigere) Alternative an. Insofern ist es besonders wichtig, dass darauf geachtet wird, zunächst alle Möglichkeiten zur Vermeidung, zur Einsparung oder zur Wiederverwendung auszunutzen, um nur die (zur Zeit) unvermeidbaren Belastungen durch Kompensationsmaßnahmen auszugleichen. Genau diese Strategie hat die Memo AG verfolgt, an deren Beispiel dieses Prinzip verdeutlicht und diskutiert wurde.

Melanie Weber (Verbraucher Initiative) wies ausdrücklich darauf hin, dass der Begriff „klimaneutral“ eine Irreführungsgefahr birgt, denn die Belastungen fallen ja real weiterhin an – und zur tatsächlichen Wirksamkeit und Gleichwertigkeit der Ausgleichsmaßnahmen bleiben viele Fragen offen:

  • kommen die Ausgleichsmaßnahmen wirklich zum Tragen und wie lange wirken sie?
  • sind es „zusätzliche“ Maßnahmen, wie gefordert, oder wären sie sowieso verwirklich worden?
  • wie können die Maßnahmen angesichts fehlender Standardisierung verglichen und bewertet werden?
  • werden die Maßnahmen unabhängig kontrolliert?


Dem im Sinne dieser Fragestellungen am weitesten gehenden sogenannten „Gold-Standard“ entsprechen zurzeit erst vereinzelte Projekte. (Link)

Die Memo AG hat als Handelsunternehmen ihre Hauptbelastungsbereiche im Marketing (Katalogproduktion und -versand, Werbung) und in der Distribution der Waren identifiziert und in diesen Bereichen enorme direkte Einsparungen erzielt, bevor sie das Instrument der Kompensation nutzte. In anderen Branchen stößt man auf gänzlich andere Profile. Insbesondere energieintensive Produktionsbetriebe, Energieversorger und die chemische Industrie gelten als Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Klimabelastung. Hier wird man die Vokabel „klimaneutral“ wohl kaum ernsthaft angeboten bekommen. Jana Gebauer (Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung) stellte einen Gesamtsatz an Kriterien vor, die beachtet werden müssen, wenn die Klimapolitik von Unternehmen generell bewertet werden  soll.

Eine aktuelle niederländische Studie stellt dar, was bei internationalen Konzernen gegenwärtig als „best practice“ in der Klimaschutzpolitik und der Berichterstattung darüber gelten kann. (Link)

Es diskutierten:

  • Jana Gebauer, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
  • Melanie Weber, Verbraucher Initiative e.V.
  • Jürgen Schmidt, memo AG (Die memo AG vertreibt als „klimaneutrales Unternehmen“ vor allem Bürobedarf und -möbel.)
  • Moderation: Volkmar Lübke (Forum Zukunftsökonomie)



Donnerstag, 30. November 2006

Der Preis der Arbeit 2006

Uwe-Karsten Heye, Chefredakteur des vorwärts, und Ulrike Herrmann, taz, überreichen den Publikums-Preis der Arbeit an die Geschäftsführerin der EWS, Ursula Sladek.

Am 30. November hat das Forum Zukunftsökonomie die südbadischen Elektrizitätswerke Schönau und das fränkische Familienunternehmen Faber-Castell mit dem Preis der Arbeit ausgezeichnet. Die Verleihung fand unter der Schirmherrschaft von Professor Gesine Schwan, Präsidentin der Universität Frankfurt/Oder, und von Nominierten und Preisträgern in Berlin statt.

Allen, die sich an der Wahl zum Preis der Arbeit beteiligt haben, dankt das Forum Zukunftsökonomie sehr herzlich!

Donnerstag, 27. April 2006

Gutes Geschäft oder gute Gesellschaft?

„Unternehmensverantwortung in Zeiten von Arbeitslosigkeit und Umweltzerstörung“

„Deutsche Unternehmen übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und stellen sich den ökonomischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen der globalisierten Wirtschaft.“

So versprechen es die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) – und schränken im selben Atemzug ein: Freiwillig muss das Engagement bleiben und wirtschaftlicher Erfolg seine notwendige Voraussetzung sein.

Gute Gesellschaft ja – aber nur wenn die Geschäfte gut laufen? Was bleibt übrig vom Konzept der Corporate Social Responsibility in Zeiten von Arbeitslosigkeit und eines sich verschärfenden globalen Wettbewerbs?

Podiumsdiskussion am Donnerstag, 27. April 2006, 18.30 Uhr, in der Landesvertretung Bremen, Hiroshimastraße 24, 10785 Berlin

Donnerstag, 01. Dezember 2005

After work - better work

Diskussion im taz-Café mit Walter Riester

Diskussion mit Walter Riester und Birgit Mahnkopf

Unter dem Titel „after work – better work“ hat das Forum Zukunftsökonomie im Dezember 2005 zu einer Diskussionsveranstaltung in das neue taz-Cafe eingeladen.

Statements des früheren Arbeitsministers Walter Riester und der Berliner Professorin Birgit Mahnkopf haben die politische Dimension des Themas „gesellschaftlich verantwortliche Unternehmensführung“ pointiert und kontrovers aufgezeigt. Wo Riester in der CSR-Debatte eine Chance sah, der reinen shareholder-Orientierung der globalisierten Wirtschaft entgegen zu treten, argumentierte Mahnkopf, gesellschaftliche Verantwortung sei nur die Darstellungsform unternehmerischer Entscheidungen, substantiell habe sich die Ausrichtung an der Gewinnmaximierung eher noch verschärft - viel Gesprächsstoff für die rund 40 Gäste.